Aiyana

Aiyana ist eine menschliche Forscherin, Weltreisende und eine der zentralen Figuren von Aiyanas Geschichtenwald. Sie ist die Hauptfigur der Menschenwelt und gemeinsam mit Nuvorai maßgeblich dafür verantwortlich, die beinahe vergessene Geschichte der alten magischen Welt wiederzuentdecken.

Bereits als Kind stößt Aiyana auf einen verborgenen Ort und ein rätselhaftes altes Buch. Diese Entdeckung prägt ihren weiteren Lebensweg und weckt in ihr den Wunsch, Forscherin zu werden.

Viele Jahre später führen ihre Untersuchungen sie zu Ruinen, alten Aufzeichnungen und Spuren längst verschwundener Wesen. Was zunächst wie eine Sammlung voneinander unabhängiger Rätsel erscheint, entwickelt sich schließlich zu einer wesentlich größeren Erkenntnis:

Die magischen Wesen der alten Geschichten lebten einst auf derselben Erde, auf der Aiyana heute lebt.

Eine besondere Bedeutung erhält ihre Forschung durch ihre Begegnung mit Nuvorai. Der zunächst rätselhafte weiße Rabe erweist sich schließlich als eines der letzten noch lebenden Wesen, das die alte magische Welt selbst erlebt hat.

Doch Nuvorai kann sich nur bruchstückhaft erinnern.

So entsteht eine ungewöhnliche Forschungsgemeinschaft zwischen einer modernen Wissenschaftlerin und einem uralten Zeitzeugen, der seine eigene Vergangenheit erst gemeinsam mit ihr wiederentdecken muss.


Steckbrief

MerkmalInformationNameAiyanaArtMenschGeschlechtweiblichEpocheMenschenzeitBerufForscherin und WeltreisendeSchwerpunktErforschung der alten magischen WeltMagische FähigkeitenkeineBesondere StärkenNeugier, Beobachtungsgabe, Beharrlichkeit, Mitgefühl, kritisches DenkenEngster GefährteNuvoraiHaustiereRomeo und JuliaGesundheitDiabetesStatuslebend

Erscheinungsbild

Aiyana ist eine erwachsene Frau mit sehr langem, voluminösem dunkelbraunem, lockigem bis welligem Haar. Teile ihres Haares können geflochten getragen werden.

Sie besitzt warme braune Augen und eine natürliche, kräftige Körperstatur.

Auf Forschungsreisen trägt sie praktische Kleidung in Braun-, Beige- und anderen Naturtönen. Ihre Kleidung ist für Bewegung, Reisen und die Untersuchung alter Orte ausgelegt und nicht als klassische Fantasy-Rüstung gestaltet.

Aiyana ist schließlich ein Mensch der modernen Welt, der die Überreste einer fantastischen Vergangenheit erforscht – keine Kriegerin aus dieser Vergangenheit.


Kindheit

Der Ursprung von Aiyanas späterem Lebensweg liegt in ihrer Kindheit.

Als junges Mädchen entdeckt sie in einer Höhle einen verborgenen Mechanismus. Dieser öffnet einen geheimen Zugang zu einem gewaltigen, stark verfallenen Gebäude.

Die Dimensionen des Ortes irritieren sie bereits damals.

Türen, Räume und andere Elemente wirken, als seien sie für wesentlich größere Bewohner gebaut worden.

Zu diesem Zeitpunkt kann Aiyana noch nicht wissen, dass sie auf eine Spur der alten magischen Welt gestoßen ist.

In dem Gebäude findet sie ein altes Buch.

Die darin verwendete Schrift ist ihr vollkommen unbekannt. Neben den fremden Zeichen befinden sich jedoch Zeichnungen von Zutaten, Gefäßen und zubereiteten Speisen.

Aiyana erkennt:

Es handelt sich um Rezepte.

Diese Entdeckung löst etwas aus, das ihr weiteres Leben bestimmen wird.

Sie beschließt:

„Ich werde Forscherin.“


Das alte Buch

Das in ihrer Kindheit gefundene Buch wird zu einem der wichtigsten Gegenstände in Aiyanas Leben.

Viele seiner Texte bleiben lange unverständlich. Zeichnungen und wiederkehrende Strukturen ermöglichen ihr jedoch erste Vermutungen.

Die enthaltenen Rezepte bilden eine ungewöhnliche Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Während monumentale Bauwerke zerfallen und ganze Arten verschwinden, bleiben alltägliche Dinge erhalten:

Was wurde gekocht?

Welche Zutaten wurden verwendet?

Wie lebten diese Wesen?

Damit werden die Rezepte für Aiyana nicht bloß Kochanleitungen.

Sie sind historische Quellen.

Diese Verbindung zwischen Forschung und Essen zieht sich später durch ihre gesamte Geschichte.


Weg zur Forscherin

Aus der neugierigen Entdeckerin ihrer Kindheit wird eine erwachsene Forscherin und Weltreisende.

Aiyana untersucht alte Gebäude, Höhlen, Ruinen, Aufzeichnungen, Symbole und andere Hinterlassenschaften.

Dabei versucht sie zunächst nicht, eine bereits feststehende Geschichte zu beweisen.

Sie sammelt Spuren.

Sie vergleicht.

Sie übersetzt.

Und sie stellt neue Fragen.

Gerade diese Bereitschaft, eine schöne Theorie wieder zu verwerfen, wenn die Funde nicht dazu passen, wird zu einer ihrer wichtigsten Eigenschaften.


Forschungsweise

Aiyana besitzt keine magischen Fähigkeiten.

Sie kann keine Erinnerungen aus Gegenständen lesen.

Sie kann nicht in die Vergangenheit sehen.

Sie verfügt auch über keine übernatürliche Gabe, die ihr automatisch verrät, welche Interpretation richtig ist.

Ihre wichtigste Fähigkeit ist deshalb ihre Neugier.

Aiyana dokumentiert Beobachtungen, sucht Zusammenhänge und vergleicht verschiedene Quellen miteinander.

Dabei behandelt sie auch Nuvorais Erinnerungen nicht automatisch als Wahrheit.

Das wird besonders wichtig, nachdem sich herausstellt, dass seine Erinnerungen unvollständig und teilweise fehlerhaft sind.

Nuvorai kann etwas tatsächlich erlebt haben und sich trotzdem falsch daran erinnern.

Aiyana muss deshalb lernen, zwischen drei Dingen zu unterscheiden:

Fund. Erinnerung. Interpretation.

Erst wenn mehrere Hinweise zusammenpassen, entsteht daraus eine belastbare Theorie.


Begegnung mit Nuvorai

Als Erwachsene begegnet Aiyana bei einem Tierhändler einem kranken und verletzten Vogel in Gefangenschaft.

Auf den ersten Blick wirkt er wie ein ungewöhnlich großer grauer Rabe.

Aiyana erkennt jedoch vor allem eines:

Dieses Tier braucht Hilfe.

Sie sorgt dafür, dass der Käfig geöffnet wird.

Dabei zieht sie den Raben nicht heraus.

Sie wartet.

Der Vogel entscheidet selbst, den Käfig zu verlassen.

Später zeigt sich bei seiner Pflege, dass sein vermeintlich graues Gefieder in Wirklichkeit unter Schmutz verborgen war.

Zum Vorschein kommt ein perlweiß-silberner Rabe mit tiefblauen Augen.

Aiyana gibt ihm anschließend weiterhin die Möglichkeit, sie zu verlassen.

Das Fenster bleibt offen.

Der Rabe bleibt.


Der Name Nuvorai

Zu Beginn kennt selbst der Rabe seinen Namen nicht mehr.

Er besitzt nur einzelne Erinnerungsfragmente.

Erst durch die Beschäftigung mit dem alten Buch taucht schließlich ein Wort auf:

Nuvorai.

Damit beginnt die gemeinsame Suche nach seiner Identität.

Auf seine Frage:

„Wer bin ich?“

antwortet Aiyana:

„Wir finden es heraus.“

Nuvorai reagiert überrascht:

„Wir?“

Aiyana antwortet:

„Natürlich wir.“

Dieser kurze Austausch wird zu einem Leitmotiv ihrer gemeinsamen Geschichte.


Von einem Forschungsobjekt zum Forschungspartner

Zu Beginn betrachtet Aiyana Nuvorai teilweise mit der Begeisterung einer Forscherin, die etwas vollkommen Unbekanntes entdeckt hat.

Dabei überschreitet sie einmal unbeabsichtigt eine Grenze.

Als sie davon spricht, an ihm zu forschen, macht Nuvorai deutlich:

„Ich bin kein Forschungsobjekt.“

Aiyana erkennt ihren Fehler und entschuldigt sich.

Aus der Forschung an Nuvorai wird eine Forschung mit Nuvorai.

Von diesem Zeitpunkt an ist seine Zustimmung ein wesentlicher Bestandteil ihrer gemeinsamen Untersuchungen.

Diese Entwicklung prägt auch Aiyanas späteren Umgang mit den Wesen der alten Welt.

Wissen gibt ihr kein Besitzrecht über das, was sie erforscht.


Beziehung zu Nuvorai

Zwischen Aiyana und Nuvorai entwickelt sich eine außergewöhnlich enge Gefährtenschaft.

Ihre Verbindung ist von Vertrauen, freiwilliger Nähe, gegenseitiger Fürsorge und einer beträchtlichen Menge gegenseitigen Neckens geprägt.

Aiyana hilft Nuvorai herauszufinden, wer er früher war.

Nuvorai begleitet Aiyana bei ihrer Forschung.

Dabei besitzt keiner von beiden vollständiges Wissen.

Aiyana kennt die moderne Welt.

Nuvorai besitzt Fragmente der alten.

Erst gemeinsam können sie viele der Zusammenhänge erkennen.

Ihre Beziehung folgt dabei demselben Prinzip, das später als Kern von Nuvorais ursprünglicher Wächteraufgabe erkannt wird:

Begleiten, ohne den Weg des anderen zu bestimmen.


Diabetes

Aiyana lebt mit Diabetes.

Die Erkrankung gehört zu ihrem Alltag und wird innerhalb ihrer Geschichte weder als magischer Fluch noch als besonderes Schicksal dargestellt.

Sie misst ihren Blutzucker und behandelt Unterzuckerungen mit den dafür vorgesehenen Mitteln.

Auch auf Expeditionen führt sie deshalb Messgerät und schnell verfügbare Kohlenhydrate mit sich.

Nuvorai lernt mit der Zeit, körperliche Veränderungen an Aiyana wahrzunehmen, die auf einen niedrigen Blutzucker hindeuten können.

Er kennt dadurch jedoch keinen exakten Blutzuckerwert.

Seine Wahrnehmung ersetzt niemals die Messung.

Stattdessen entwickelt sich ein inzwischen recht typisches Ritual:

„Aiyana.“

„Mhm?“

„Messen.“

„Mir geht’s gut.“

„Messen.“

„Du bist schlimmer als mein Arzt.“

„Kann dein Arzt fliegen?“

„Klugscheißer.“

„Krah.“

Was zunächst wie eine kleine Alltagsszene wirkt, erhält später eine größere Bedeutung.

Nuvorai verhält sich bereits wie ein Wächter, bevor er überhaupt weiß, dass er einer ist.


Romeo und Julia

Zu Aiyana gehören außerdem ihre beiden Katzen Romeo und Julia.

Sie sind ihre Haustiere und Teil ihres persönlichen Hintergrundes in der Menschenwelt.

Romeo ist ein Kater, Julia eine Katze.

Eine Besonderheit ihrer Stellung im Geschichtenwald ist jedoch:

Romeo und Julia werden in der bisher erzählten Menschenwelt-Geschichte nicht erwähnt und treten dort nicht auf.

Sie existieren dennoch als Teil von Aiyanas Figurenkanon.

Ihr Fehlen in den veröffentlichten Kapiteln bedeutet also nicht, dass Aiyana innerhalb der Welt keine Katzen besitzt. Die Handlung der Menschenwelt konzentrierte sich schlicht auf ihre Forschung, Reisen und ihre gemeinsame Geschichte mit Nuvorai.

Damit unterscheiden wir im Bestiarium bewusst zwischen „gehört zur Figur“ und „ist bereits innerhalb einer Geschichte aufgetreten“.


Die Entdeckung der alten Welt

Aiyana beginnt ihre Forschung mit einzelnen rätselhaften Funden.

Nach und nach entdeckt sie Spuren verschiedener alter Wesen und Kulturen.

Dazu gehören die alten magischen Löwen der Savanne, Drachen, Einhörner und Alihörner, Velari sowie Orivai und Va’ori.

Zunächst könnten diese Funde wie Überreste voneinander unabhängiger Kulturen erscheinen.

Doch immer mehr Hinweise zeigen:

Sie gehörten zu derselben Welt.

Und diese Welt war keine fremde Fantasywelt.

Sie war die Vergangenheit der Erde.


Nuru und Safiya

Bei ihren Forschungen stößt Aiyana auf die Geschichte zweier alter Löwengruppen, deren Lebenswege durch eine historische Trennung geprägt wurden.

Dabei entdeckt sie Spuren von Nuru und Safiya.

Nuvorais Erinnerungen helfen zunächst nur begrenzt, denn gerade hier zeigt sich deutlich, wie irreführend seine Erinnerungsfragmente sein können.

Was er erinnert, kann tatsächlich stattgefunden haben – aber zu einem anderen Zeitpunkt.

Für Aiyana wird dies zu einer wichtigen Lektion im Umgang mit einem lebenden historischen Zeitzeugen.


Kaelun und Aurelia

Die Erforschung eines gewaltigen alten Gasthauses führt Aiyana auf die Spuren der Drachen Kaelun und Aurelia.

Die Dimensionen der Anlage zeigen erneut, dass sie nicht für Menschen errichtet wurde.

Alte Darstellungen und Aufzeichnungen geben Einblicke in einen Alltag, der längst verschwunden ist.

Gerade hier zeigt sich ein wiederkehrendes Motiv ihrer Forschung:

Aiyana entdeckt die Vergangenheit nicht hauptsächlich durch Schlachten oder Herrscher.

Sie entdeckt sie durch Wohnräume, Wege, Küchen, Rezepte und Orte des Zusammenlebens.


Zahir und Amara

Weitere Funde führen Aiyana zu Zahir und Amara.

Zahir war ein von den Wissenshütern erschaffener Alihorn-Hengst, Amara eine goldene Einhornstute.

Ihre Geschichte erhält besondere historische Bedeutung, weil aus ihrer Verbindung das erste geborene Alihorn hervorging.

Dieses war normal fruchtbar und begründete eine neue Linie geborener Alihörner.

Aiyana erkennt später, dass diese Linie nicht scheiterte.

Sie bestand über viele Generationen fort.

Erst mit dem langsamen Verschwinden der Magie veränderten sich ihre Nachfahren über enorme Zeiträume.

Aus dieser Linie gingen schließlich die Pferde der modernen Welt hervor.


Die Velari

Auf einer Expedition in ein Gebirge stößt Aiyana auf Spuren der Velari.

Die alten Darstellungen zeigen katzenartige Wesen mit charakteristischen Federstrukturen.

Ihre Erforschung trägt außerdem zu einem weiteren Rätsel bei:

Nuvorai erinnert sich plötzlich daran, selbst vier Pfoten gehabt zu haben.

Zu diesem Zeitpunkt wissen beide noch nicht, dass diese Erinnerung zu seiner Fuchsform gehört.

Die Nachfahren der Velari entwickeln sich über große Zeiträume schließlich zu den heutigen Berglöwen.


Elara und Vaelis

Auch die Geschichte der Orivai und Va’ori wird Teil von Aiyanas Forschung.

Zu den namentlich bekannten Wesen gehören Elara, eine weibliche Orivai, und Vaelis, ein vollständig geschlechtsloser Va’ori.

Die beiden bilden ein seltenes Sonnenpaar.

Die Erforschung ihrer wasserbezogenen Lebensräume und alten Anlagen besitzt außerdem besondere Bedeutung für Nuvorai.

Unter Wasser erinnert er sich erneut an einen Körper, der nicht der eines Raben sein kann.

Diese Erinnerungen führen schließlich zur Erkenntnis seiner dritten Form:

dem weißen Otter.


Die Wissenshüter

Aiyana entdeckt schließlich Hinweise auf Wesen, die in zahlreichen alten Kulturen und Aufzeichnungen auftauchen:

die Wissenshüter.

Sie stammten nicht von der Erde, sondern aus einer anderen Welt oder Existenzebene.

Sie waren außergewöhnlich langlebig, aber nicht unsterblich.

Ihre Magie war ebenfalls nicht unbegrenzt.

Aiyana findet Hinweise darauf, dass sie ihre Kraft über lange Zeit für das Gleichgewicht der Welt und besondere Schöpfungen einsetzten.

Eine dieser Schöpfungen war Nuvorai.

Über das Aussehen der Wissenshüter existiert bewusst keine kanonische Beschreibung oder Darstellung.

Auch Aiyana findet keine Information, aus der sich ihre körperliche Gestalt eindeutig rekonstruieren ließe.

Wie sie aussahen, bleibt der Vorstellung der Leser überlassen.


Wer Nuvorai wirklich ist

Eine der größten Entdeckungen in Aiyanas Forschung betrifft schließlich ihren eigenen Gefährten.

Immer wieder findet sie in Aufzeichnungen und Darstellungen eine helle Gestalt.

Ein Vogel.

Ein vierbeiniges Wesen.

Ein Wesen im Wasser.

Die Körper unterscheiden sich.

Die Augen nicht.

Schließlich erkennt Aiyana, dass Rabe, Fuchs und Otter keine drei verschiedenen Wesen darstellen.

Alle drei sind Nuvorai.

Noch bedeutsamer ist jedoch ihre nächste Erkenntnis.

Nuvorai erinnert sich nicht lediglich an die alten Geschichten.

Er war tatsächlich dort.

„Nuvorai … du kanntest sie nicht nur. Du warst dort.“

Damit wird aus Aiyanas ungewöhnlichem weißen Raben einer der letzten bekannten lebenden Zeugen der alten magischen Welt.


Das vermeintliche Ende der Magie

Aiyana erwartet lange, irgendwann Hinweise auf eine große Katastrophe zu finden.

Eine Zerstörung.

Einen Krieg.

Einen plötzlichen Untergang.

Doch diese Erklärung findet sie nicht.

Stattdessen entdeckt sie etwas wesentlich Leiseres.

Die Wissenshüter verfügten nur über eine begrenzte Menge ihrer eigenen Magie.

Schließlich mussten sie in ihre Heimat zurückkehren, solange ihre verbleibende Kraft noch ausreichte, den Weg dorthin zu öffnen.

Die auf der Erde zurückgebliebene Magie verschwand danach nicht plötzlich.

Sie wurde lediglich nicht mehr erneuert.

Über sehr lange Zeiträume wurde sie schwächer.

Die Lebewesen passten sich an.

Magische Eigenschaften verschwanden.

Körper veränderten sich über Generationen.

Die alte Welt wurde nicht an einem einzigen Tag zerstört.

Sie wurde langsam zu Aiyanas Welt.


Aiyana und die moderne Welt

Diese Erkenntnis verändert auch Aiyanas Blick auf die heutigen Tiere.

Moderne Löwen, Pferde, Echsen, Berglöwen oder Schlangen sind für sie nicht einfach „schlechtere“ Versionen ihrer magischen Vorfahren.

Sie sind eigenständige Lebewesen ihrer Zeit.

Die Geschichte ihrer Vorfahren macht sie interessant.

Aber ihr Wert hängt nicht davon ab, ob ihre Ahnen einmal Magie besaßen.

Diese Erkenntnis führt zu einem der wichtigsten Gedanken der Menschenwelt:

Unsere Welt hat keine Magie.
Aber sie ist voller verschiedener Arten von Lebewesen.
Egal wo, wie oder warum sie existieren – wir wollen jedes von ihnen mit Respekt behandeln, es schützen und achten.


Persönlichkeit

Aiyana ist ausgesprochen neugierig.

Ein ungelöstes Rätsel kann sie nur schwer in Ruhe lassen.

Sie besitzt außerdem eine ausgeprägte Beharrlichkeit. Wenn eine Spur nicht weiterführt, sucht sie nach einer anderen.

Dabei ist sie keineswegs unfehlbar.

Aiyana entwickelt Theorien, die sich später als falsch herausstellen können. Sie interpretiert Funde gelegentlich zu früh und kann sich von einer besonders spannenden Erklärung begeistern lassen.

Eine ihrer wichtigsten Eigenschaften besteht deshalb nicht darin, immer recht zu haben.

Sie besteht darin, ihre Meinung ändern zu können, wenn die Hinweise etwas anderes zeigen.

Aiyana verbindet wissenschaftliche Neugier mit Mitgefühl.

Für sie sind die Wesen, deren Vergangenheit sie erforscht, keine bloßen Forschungsdaten.

Sie haben gelebt.

Und das verdient Respekt.


Humor und Eigenheiten

Aiyana kann trotz ihrer ernsthaften Forschung ausgesprochen verspielt sein.

Besonders Nuvorai bekommt das regelmäßig zu spüren.

Umgekehrt ist sie seinem trockenen Humor und seinen Rabenkommentaren keineswegs schutzlos ausgeliefert.

Ihre Gespräche können deshalb innerhalb weniger Sekunden von einer bedeutenden historischen Entdeckung zu:

„Klugscheißer.“

und

„Krah.“

wechseln.

Essen besitzt ebenfalls eine bemerkenswert hohe Wahrscheinlichkeit, wissenschaftliche Gespräche vorübergehend zu unterbrechen – insbesondere, wenn Nuvorai beschlossen hat, dass Aiyana selbstverständlich mit ihm teilen sollte.


Fähigkeiten und Grenzen

Aiyana besitzt keine übernatürlichen Fähigkeiten.

Ihre Stärken liegen in menschlichen Eigenschaften und erlernten Fähigkeiten:

  • wissenschaftliches und kritisches Denken
  • Beobachtung und Dokumentation
  • Erforschung alter Orte
  • Arbeit mit historischen Quellen
  • Erkennen von Zusammenhängen
  • Beharrlichkeit
  • Neugier
  • Bereitschaft, eigene Fehler zu korrigieren
  • respektvoller Umgang mit Lebewesen und ihren Entscheidungen

Ihre größte Grenze ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil ihrer Geschichte:

Aiyana kann die Vergangenheit nicht direkt sehen.

Sie muss sie rekonstruieren.

Auch mit Nuvorai an ihrer Seite bleibt Forschung Forschung.


Bedeutung innerhalb des Geschichtenwaldes

Aiyana bildet die Verbindung zwischen den alten Geschichten und der modernen Menschenwelt.

Während andere Geschichten zeigen, wie die magischen Wesen einst lebten, untersucht Aiyana, was aus ihrer Welt geworden ist.

Dadurch erhält der Geschichtenwald zwei Perspektiven auf dieselbe Erde:

Die alten Geschichten erzählen das Leben.

Aiyana entdeckt seine Spuren.

Ihre Forschung macht aus einzelnen Legenden schließlich eine zusammenhängende Vergangenheit.


Bekannte Beziehungen

Nuvorai

Aiyanas engster Gefährte und Forschungspartner. Ihre gemeinsame Suche verbindet seine verlorene Vergangenheit mit ihrer wissenschaftlichen Erforschung der alten Welt.

Romeo

Aiyanas Kater und eines ihrer beiden Haustiere. Romeo gehört zu ihrem Figurenhintergrund, ist in der bisher veröffentlichten Menschenwelt-Geschichte jedoch nicht aufgetreten oder erwähnt worden.

Julia

Aiyanas Katze und zweites Haustier. Auch Julia gehört zum Figurenkanon Aiyanas, tritt in der bisher veröffentlichten Menschenwelt-Geschichte jedoch nicht auf und wird dort nicht erwähnt.

Wesen der alten Welt

Zu Nuru, Safiya, Zahir, Amara, Kaelun, Aurelia, Elara, Vaelis und den anderen historischen Figuren besitzt Aiyana keine persönliche Beziehung aus deren Lebenszeit. Sie kennt sie durch ihre Forschung, Funde und Rekonstruktionen ihrer Geschichten.

Das unterscheidet sie wesentlich von Nuvorai, der viele dieser Wesen tatsächlich erlebt oder gekannt hat.


Wissenswertes

  • Aiyana ist ein Mensch ohne eigene Magie.
  • Ihre Geschichte spielt sehr lange nach den Geschichten der alten magischen Wesen.
  • Ihr Interesse an der alten Welt beginnt bereits in ihrer Kindheit.
  • Ein altes Rezeptbuch gehört zu ihren ersten bedeutenden Funden.
  • Rezepte sind für sie nicht nur Essen, sondern historische Quellen.
  • Sie betrachtet Nuvorai nach einem frühen Konflikt ausdrücklich als Forschungspartner und nicht als Forschungsobjekt.
  • Nuvorais Erinnerungen werden von ihr nicht automatisch als historische Tatsachen behandelt.
  • Aiyana lebt mit Diabetes; dieser wird weder magisch geheilt noch zum Mittelpunkt ihrer Persönlichkeit gemacht.
  • Romeo und Julia sind ihre Haustiere, obwohl beide in der bisher erzählten Menschenwelt nicht vorkommen.
  • Die Namen Elara und Vaelis kennt Aiyana durch ihre Erforschung der Orivai und Va’ori.
  • Sie sucht zunächst nach einer großen Katastrophe, die das Ende der magischen Welt erklären könnte – und entdeckt schließlich, dass es eine solche einzelne Katastrophe nie gab.
  • Eine ihrer größten Entdeckungen ist deshalb nicht, wie die alte Welt unterging, sondern dass sie sich über enorme Zeiträume in die heutige Welt verwandelte.

Zentrale Aussage

Aiyana ist keine Auserwählte.

Sie besitzt keine verborgene Magie.

Kein uraltes Schicksal hat vorherbestimmt, dass gerade sie die Wahrheit finden muss.

Was sie voranbringt, ist etwas viel Einfacheres:

Sie will wissen.

Und wenn die Antwort nicht zu ihrer Theorie passt, muss sich die Theorie ändern – nicht die Antwort.

Gleichzeitig lernt sie durch Nuvorai, dass Wissen allein nicht genügt.

Ein Wesen vollständig erklären zu können bedeutet nicht, über dieses Wesen verfügen zu dürfen.

Vergangenheit zu verstehen bedeutet nicht, sie zurückholen zu müssen.

Und etwas muss nicht magisch sein, um wertvoll zu sein.

Am Ende steht deshalb nicht die Wiederkehr der alten Welt.

Aiyana bleibt in ihrer eigenen.

Mit ihren Forschungen.

Mit ihren beiden Katzen Romeo und Julia, auch wenn die zwei kleinen Schlingel es bislang geschafft haben, kein einziges Kapitel zu betreten. 😂🐈🐈‍⬛

Und natürlich mit einem gewissen perlweißen Raben, der bei der entscheidenden Frage wieder nur ein einziges Wort braucht:

„Wir?“

„Natürlich wir.“

💙🐦✨